Wie geht das eigentlich?


Was fällt auf, wenn man die Tagespolitik verfolgt? Wie kommt ein Thema in die Schlagzeilen?

Welche Leute bringen Themen ein? Wie reagieren die anderen? Themen, für die eine professionelle Analyse interessant wäre, um Aufschluß über gruppendynamische Prozesse im staatsweiten Zusammenhang zu durchleuchten und deren Zusammenhänge und Methoden zu erforschen.

Da nicht verboten ist, sich auch im kleinen seine Gedanken zu machen, hier ein Versuch.

Was also bringt etwas in die Schlagzeilen? Entweder etwas tritt anhand eines Vorfalles ins Bewußtsein oder es wird von einem Politiker aufgeworfen. Oder aber der Aufdeckjournalismus bringt es zutage. Gemeinsam ist allen, daß das was dann am Tisch liegt, ein sogenannter „Aufreger“ ist.

Etwas das außerhalb des „Weltbildes“ der eingeschwungenen Organisation Staat (oder anderer) liegt. Wäre dem nämlich nicht so, käme es gar nicht zum „Aufreger“ und damit auch nicht zu dieser auffälligen Position. Der gesamte Journalismus hat diese Methodik zur Grundlage und bekommt erst dadurch Nährboden und Entfaltungsmöglichkeit.

Davon kommt die in hohem Maße manifestierte journalistische Eigenschaft, Dinge sehr bunt schillernd darzustellen und selbst in sogenannten „Saure Gurken“ Zeiten aus gar nicht so spektakulären Dingen „Aufreger“ zu machen. Diesbezügliche Ideen und Konzepte zu schmieden ist zweifellos enorm sexy.

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Also, es liegt etwas am Tisch. Was geschieht jetzt? Zunächst greifen Medien das Thema auf, bzw. transportieren es in die Öffentlichkeit.

Damit kommen jene Leute in deren Bereich das Thema fällt automatisch in Zugzwang. Sie müssen in Interviews sofort Stellung nehmen um nicht als Inkompetent zu erscheinen.

Sofort bedeutet auch, ohne die Möglichkeit den Zusammenhängen vorher halbwegs geordnet auf den Grund gehen zu können.

Es gibt jetzt zwei klassische Fälle.

Fall Nummer eins: es ist ein Thema das eine Koalition betrifft. Dann bewirkt diese Vorgangsweise, daß beide Koalitionspartner in getrennten Interviews mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschiedliche Stellungnahmen abgeben, weil ihnen die Möglichkeit der vorherigen Koordination genommen ist.

Das wiederum eröffnet dem Journalismus ein reiches Feld tätig zu werden. Vom Koalitionskrach bis Neuwahlen reicht die Palette die ausgeschlachtet werden kann.

Vor allem dann, wenn einzelne handelnde Personen sich von der Eigendynamik mitreißen lassen und meinen, sich im Zuge solcher Auseinandersetzungen selbst ein bißchen profilieren zu können.

Fall Nummer zwei: das Thema wird von einem Oppositionspolitiker gebracht. Dann hat er bei kluger Themenwahl den Überraschungseffekt auf seiner Seite.

Während die „Betroffenen“ im Zwang sofort aussagefähig sein zu müssen am linken Bein angetroffen noch nach Luft schnappen und in der ersten Verwirrung möglicherweise auch unüberlegte Schnellschüsse tätigen, hat der „Angreifer“ den Vorteil bereits vorbereitete Konzepte griffbereit zu haben und damit in der Öffentlichkeit zu punkten.

Intelligente Themenwahl sowie strategische Umsetzung dieser Taktik nennt man neuerdings häufig Populismus...

Tritt man nun einen Schritt zurück wird folgendes erkennbar:

Die Medien spielen eine wesentliche Rolle. Sie sind in der Lage Prioritäten um Dinge aufzubauen, die diesen verglichen mit Wichtigerem gar nicht gebühren. B

gegnen kann man dem nur, indem man einerseits die eigenen Konzepte und Prioritäten kennt und andererseits nach Möglichkeit nur abgestimmte Aussagen tätigt.

Organisationen die vorrangig ein agierendes Selbstverständnis haben, tun sich in diesem Kontext relativ leicht, in der Öffentlichkeit zu punkten. Voraussetzung ist der Wille aus eigenem Antrieb „Anlässe“ zu finden.

Organisationen die vorrangig ein reagierendes Selbstverständnis haben, fühlen sich durch Themenvorgaben in der Beschäftigung mit sich selbst gestört und stehen damit häufig recht konzeptlos im Regen.

Gelegentlich versuchen sie auch lieber die „Angreifer“ durch Maßnahmen unter der Gürtellinie zum Schweigen zu bringen, als den Ursachen der Dinge auf den Grund zu gehen. Sie haben ausgeprägte Kompetenz Dinge unter den Teppich zu kehren.

Bei vielen Themen die zu „Ratlosigkeit“ führen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, es fehlen Gesamtstrategien und Konzepte die den betroffenen Bereich abdecken. Eher kommt man zu dem Eindruck ein ohnehin recht „flickenhaftes“ Gebilde bekommt halt dadurch einen weiteren Flicken.

Es wird vor allem der „Bottom Up“ Ansatz gegangen, der den Nachteil hat, häufig das eigentliche Gesamtziel nicht zu kennen. Das Gesamtziel kann nur durch einen parallel ablaufenden „Top Down“ Ansatz festgelegt und danach strategisch angegangen werden. Der „Bottom Up“ Ansatz liefert dann die Taktik.

Es kommt sehr ausgeprägt das Beharrungsvermögen von Organisationen zum Vorschein. Alle wissen sofort, warum etwas neues nicht funktionieren kann. Kaum einer macht sich die Mühe zu versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Dies ist Ausdruck eines gesättigten Selbstverständnis’ und damit einer einlullenden Denkfaulheit. Nur erhöhter Leidensdruck bricht so etwas auf.

Methoden die erfolgreiche Umsetzung von Strategien zu überprüfen werden heutzutage gut geheim gehalten um nicht zu sagen es gibt sie nicht. Man weiß daher eigentlich nicht wo man aktuell steht. Vielleicht auch deswegen, weil man die Strategien noch gar nicht kennt.

In diesem Kontext ist es keineswegs Verwunderlich, daß Budgetierungen wegen der amorphen Struktur des Gesamtgebildes schwer zu optimieren sind. So lange kein Gesamtkonzept mit Strategie und Zielen formuliert ist, wird auch eine Budgetgesundung leider nicht möglich sein. Aber da haben wir ja Gott sei Dank noch den Steuerzahler...

Wie geht das eigentlich, R1-20000709

Letztes Update: Juni 2002 - senden Sie mir eine email
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