Wozu eigentlich sparen?

 

Wozu eigentlich sparen?

 

Eine Bilanz, was ist das eigentlich?

Das in Finanzkreisen häufig gebrauchte Wort bedeutet etwa so viel wie Vergleich zwischen Einnahmen und Ausgaben einer Organisation.

In einer lebensfähigen Organisation darf bekannterweise die Summe aller Ausgaben im Mittel nie höher sein als die Summe aller Einnahmen.

Länger andauerndes Fehlverhalten in dieser Hinsicht, also wenn die Ausgaben die Einnahmen anhaltend überholen, haben so häßliche Bezeichnungen wie Pleite, Konkurs, Bankrott ...

Es gibt jetzt zwei prinzipielle Möglichkeiten Einnahmen - Ausgaben Bilanzen zu beeinflussen. Entweder man versucht die Einnahmen zu erhöhen oder man beschließt die Ausgaben zu beschränken.

Ist die Organisation etwa eine Familie, wird man versuchen, das Familieneinkommen dadurch zu erhöhen, indem etwa weitere Familienmitglieder arbeiten gehen oder indem man durch Zusatzausbildung die Einkommensmöglichkeiten zu bessern versucht.

Reicht das nicht aus, wird man versuchen die Ausgaben nach sinnvollen Regeln umzupriorisieren.

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Ist die Organisation der Staat, stehen prinzipiell die selben Mechanismen zur Verfügung. Sie haben jedoch zusätzlich Nebenaspekte.

Einnahmen kann ein Staat entweder erzielen indem er seinen Bürgern Steuerleistungen abverlangt und/oder indem er selbst unternehmerisch tätig wird. Ausgaben können beeinflußt werden indem Einsparungen bei seinem Staatspersonal oder Einsparungen bei seinen Sachinvestitionen oder bei sonstigen Geldflüssen vorgenommen werden.

All das kann natürlich auch kombiniert werden. Zunächst gilt es aber zu klären, wozu benötigt der Staat eigentlich Geld? Der Staat benötigt Geld um einerseits verschiedene Organisationen und Mechanismen, die im gemeinsamen Interesse aller Staatsbürger stehen, am Leben zu erhalten und auch möglichst allen Einkommensschichten zugänglich zu machen.

Es ist dabei natürlich nicht verboten, daß diese Organisationen bzw. Mechanismen einen Teil ihres Geldbedarfs selbst verdienen können. Solche Organisationen sind etwa: Militär, Exekutive, Infrastrukturorganisationen, Bildungsorganisationen und Gesundheitsorganisationen.

Außerdem benötigt der Staat Geld um öffentliche Einrichtungen herzustellen bzw. zu erhalten. Auch hier gilt, daß Zusatzeinkommen aus der Nutzung dieser Einrichtungen soweit sie den eigentlichen Sinn nicht behindern, natürlich nicht verboten sind.

Solche Einrichtungen sind etwa: Energieversorgung, Verkehrseinrichtungen, öffentliche Gebäude, Spitäler und Sporteinrichtungen sowie Einrichtungen aus dem Bereich Wissenschaft und Kunst.

Weiters benötigt der Staat Geld, um Gruppen von Staatsbürgern, die selbst aus verschiedenen Gründen kein eigenes Einkommen haben, einen Lebensunterhalt zu ermöglichen. Diese Gruppen sind Kinder und Jugendliche, Senioren oder Leute die durch Unfall oder Mißgeschick in eine Lage kamen, sich nicht selbst erhalten zu können.

Und zum Abschluß versucht der Staat auch noch Mittel anzusparen, die für verschiedene besondere Situationen vorgesehen sind. Etwa Mittel, um bei Naturkatastrophen auszuhelfen oder Mittel um Bürgern beim Aufbau von Substanz oder Kulturgut zu unterstützen wie z.B. Wohnbauförderung etc.

Letztlich kann man jedoch all diese Leistungen wie bereits gesagt in drei Gruppen aufteilen: erstens die Kosten die durch die Gehälter der handelnden Leute (Beamte) entstehen, zweitens in die Kosten, die die eigentlichen Sachleistungen kosten und drittens in Kosten die durch Geldflüsse an verschiedene Gruppen bzw. in verschiedene Töpfe (etwa auch Zinsentöpfe für eingegangene Schulden) entstehen.

Wo bitte, bleibt da jetzt die Satyre? Also okay, bemühen wir uns nun einmal etwas mehr...

Da der Staat die genannten Zusammenhänge natürlich genau kennt, versucht er seine Bilanzen klarerweise in erster Linie mit sogenannten Infrastrukturmaßnahmen positiv zu beeinflussen. An vorderster Front steht dabei die Möglichkeit durch Staatseinrichtungen im unternehmerischen Sinn Zusatzverdienst zu erwirtschaften.

So etwa floriert der seit längerer Zeit bestens eingeführte und der Volksgesundheit vorzüglich dienende Fitneßbetrieb im Rahmen der Bundesheerorganisation ausgezeichnet. Der öffentliche Fahrschulbetrieb des Heeres hat auch schon sehr gut eingeschlagen, da besonders Aspiranten auf Geländewägen häufig vom Angebot gebrauch machen.

Auch die Möglichkeit, daß auf Post und anderen Ämtern seit geraumer Zeit ähnlich wie auf Tankstellen Artikel des täglichen Lebens verkauft werden, hat sich bereits gut bewährt. Weiters ist der Zugang zur Bildung wesentlich verbessert worden, seit sowohl von den Spezialisten in Ämtern als auch von Lehrern die Initiative ergriffen wurde, ihr Wissen auch außerhalb des Regelbetriebs zu Geld zu machen. Beispielsweise nutzen jetzt Lehrer die Nachmittage, um Fortbildungskurse zu verschiedenen Themen anzubieten.

Auch bieten beamtete Spezialisten ihre Dienste schon verstärkt der Industrie an, um damit Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Einen immer höher werdenden Anteil haben auch die Einkünfte aus der Kunst - und Eventscene. Die Verantwortlichen zeigen sich in ihrer neuen Eigenschaft als Unternehmer von der einfallsreichen Seite und überraschen immer wieder mit neuen Ideen die Massen zu begeistern.

Auch öffentliche Gebäude sind an Zusatzeinkünften bereits beteiligt. So hat sich die Einrichtung von Verkaufsstellen, wo Artikel aus ehemaligem Staatsbesitz günstig verkauft werden zum Renner entwickelt. Und auch der Bereich „Übungsradio“, „Übungsfilm“ und „Übungsredaktion“ hat sich gut entwickelt und trägt zur internationalen Anerkennung der österreichischen Medienspezialisten bei. Die touristische Nutzung von Heereseinrichtungen und öffentlichen Gebäuden runden die innerstaatlichen Maßnahmen ab.

Einem weiteren finanztechnischen Aspekt kommt auch immer mehr Bedeutung zu. Da nämlich die Steuern als Prozentbetrag vom Einkommen berechnet werden, bedeuten alle Maßnahmen, die dazu beitragen, daß das Einkommen der produktiven Leute steigt, automatisch zusätzliche Einkünfte aus den Steuern.

Es werden daher gemeinsam mit der Wirtschaft verstärkt Konzepte entwickelt, um für günstige Rahmenbedingungen im Einkommenserwerb zu sorgen. Dadurch erreichten wir bekanntlich in einigen Bereichen eine neue Weltmarktführerschaft.

Natürlich bleibt die Umsetzung der neuen Konzepte nicht auf das Inland beschränkt. Man beweist seit einiger Zeit auch eine glückliche Hand, die Erfahrungen mit den neuen Sanierungsmodellen auch im Ausland erfolgreich zu vermarkten.

Aspiranten mit ähnlichen Problemen wie wir sie früher hatten, gib es ja genug. Hier ist unser neu gewonnenes Know How buchstäblich Gold wert.

Natürlich sind alle Neuerungen auf Basis von ertragsgerichteten Kostenrechnungsmodellen geplant und geführt. Die Verantwortlichen setzen ihre gesamte Kreativität ein, um im Wettbewerb mit etwaigen privaten Unternehmern bestehen zu können. Somit trägt dieser Wettbewerb auch zur allgemeinen Qualitätssteigerung bei.

Die genannten Entwicklungen stehen im krassen Gegensatz zu den früheren Modellen, bei denen besonders aufgrund der „Unveränderlichbarkeit“ der alles überragenden Personalkosten alle anderen Leistungen aus Einsparungsgründen sukzessive gestrichen werden mußten, was zur interessanten Situation führte, daß die Verwaltung schließlich nur mehr sich selbst verwaltete und sich aber trotzdem laufend die Kosten dafür erhöhten.

Resümee:

Natürlich sollen die neuen Modelle nur solange aufrecht erhalten werden, bis die Kleinigkeit von ca. 2000 Milliarden Schillingen plus Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaftet ist (Staatsdefizit A). Diese Summe ergab sich, weil über 30 Jahre durchschnittlich alle 10 Minuten eine weitere Million Neuschulden aufgenommen wurde. Man kann den neuen Strukturen nur jedes Glück wünschen, damit sie nicht auch 30 Jahre benötigen, den Berg wieder abzubauen. Danach werden je nach Lage der Dinge, die Unternehmen in die Privatisierung entlassen (oder auch nicht...).

Trotzdem entlastet bereits jetzt das staatliche Unternehmertum den Steuerzahler beträchtlich.

Steuerzahler was sagst du jetzt, paradiesische Zeiten brechen an...

Wozu eigentlich sparen? R1-20000714

Letztes Update: Juni 2002 - senden Sie mir eine email
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