Mustertext der Peinlichkeiten

Der folgende Text ist in reformierter Schreibung verfaßt:

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"Gestern Abend schrieb ich "Es tut mir Leid", heute früh schreibe ich "Es tut mir weh", in beiden Fällen habe ich Recht und bin ich auch im Recht!

Recht umfangreich und Aufsehen erregend ist auch die neue Regelung der deutschen Groß-/Kleinschreibung. Manch tollpatschig wirkende Regelwidrigkeit ist trotz aufwändiger Wörterbuch-Unterstützung nicht vermeidbar.

Aber noch aufsehenerregender wird im Allgemeinen die im Wesentlichen völlig neu gestaltete Regelung der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung empfunden.

Die weit reichenden Änderungen hatten schon viele Auseinandersetzungen zur Folge und jene die sich hier tatsächlich intensiv auseinander setzen, stellen manche Regel infrage. Modernste EDV-Systeme werden zur Mithilfe eingesetzt. Mithilfe dieser hoch stehenden Methoden können nun aber alle schon seit Längerem bekannten Fallen sicher erkannt und umschifft werden.

Viele so genannte Schreibanfänger sind trotzdem im Stande viel Unsinn zu Wege zu bringen.

In diesem Zusammenhang wurden auch einige deplatziert wirkende, aber von wichtig tuenden Reformatoren eingebrachte Reform-Wörter entdeckt; sie sind vieler Schreiber Feind wenn nicht gar spinnefeind.

Es kann einem schon Angst und Bange werden, wenn in einem müllerschen Zitat vom morschen Holz die Rede ist!

Aber aus jenem Holz wie Graf Mor muß erst einmal jemand geschnitzt sein, wenn er an so hoch stehenden Diskussionen teilnehmen will.

Zu Beginn der Schreib-Reform wurden wenig viel versprechend zahlreiche Details noch geheim gehalten.

Viele Nichtselbstständige waren sich daher nicht im Klaren, wie hier zu Lande ab nun vorzugehen war wenn es galt nach vorne zu gehen.

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Eine Frage lautet auch ob gräulich nun von grau oder vom Grauen abgeleitet ist! Ist damit die Farbe oder das Gefühl gemeint?

Tipp-Top könnte man sagen bei so viel Stammprinzip.

Dass heute im Kongresssaal nur ein Mal Damenwahl ist, aber viele Mal der Walzer gespielt wird, soll nicht verschwiegen werden. Der Vorige war übrigens ein Qickstepp und kein Walzer!

Da muß man auch Acht geben, wenn es heißt: kehrtmachen statt fertig machen. Aber fertig machen ist auch nicht gleich schönmachen, das bemerkt ohnehin sofort jeder!

Fernbleiben können aber alle die nicht hier bleiben wollen.

Und die Leid Tragenden heben sich hier wohl tuend vom Rest der die Koffer Hinaufschleppenden ab!

Wie man außerdem hört, unternehmen viele allein
stehende Pensionisten gern gemeinsame Ausflüge,
während links stehende Politiker nur zu Fuß
hin und wieder einen Schritt nach rechts machen. Aber O-
bacht, ein Verlust bringendes Unternehmen wird nicht gewinnbringender nur weil eine Zeit lang neue Belastungen Halt machen.

Unglücklich hopsgehen könnte drohen oder flöten gehen oder gar Pleite gehen, was noch ärger wäre beim Stilllegen der Sache.

Wie muss irgendjemandem denn da zu Mute sein, wenn er nun aufs Neue feststellt, dass das Haus halten nicht so einfach ist wie angenommen.

Aber ein Mal wäre keinmal, so sagt man doch. Nach Vol-
lendung der 2. Runde warm Laufen, war er einer jener übrig gebliebenen Schreibathleten die sich qualifiziert hatten.

Abschlussmeldung:
Nach einiger Zeit überlebte nur eine kleine Hand
voll großer Airlines das weltweite Preisdumping."

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Aus naheliegenden ("nahe liegenden") Gründen schreiben Zeitungen nicht so, wie hier probiert.

Weil - niemand will sich freiwillig zum Gespött machen.

Beim Lesen dieses Textes wird man irgendwie das Gefühl nicht los, die Erfinder dieser Regeln hätten nur eines im Sinn gehabt, nämlich das Schreibvolk ordentlich zu verarschen!

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Und hier noch ein zweites Beispiel, diesmal zitiert aus dem Satire-Magazin Eulenspiegel (5/05):

Die halbgebildete Kellnerin mit halblangem Haar und
halb offener Bluse brachte das mit halbfettem Käse überbackene halb gare Essen und die halb vollen Gläser
mit halbtrockenem Wein an unseren halbrunden Tisch,
halb links von der Theke, wo wir, halb verhungert, eine
halb offene, halblaute Unterredung führten.

Würde es häufig "Glossen" in ähnlichem Stil geben, könnte sich eine neue Eigendynamik hin zur Vernunft entwickeln ...

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Ist es lediglich Intoleranz, wenn man vieles davon statt eine "schülerfreundliche Vereinfachung", wie immer behauptet wird, eher als "holprig, inkonsistent und komisch" empfindet?

Mir tun jedenfalls jene leid, denen zugemutet wird, diese krausen "Regeln" - ob getrennt oder ob zusammen - ohne permanente Wörterbuchhilfe zu beherrschen.

Einfacher wurde das Schreiben also durch die Reform offenbar nicht, die Verständlichkeit hat auch eher gelitten als profitiert; was also sind nun jene Vorteile, derentwegen diese Sache zur unumstößlichen Kommandosache erklärt wurde?

Gespannt darf man sein, wie lange die Auflösung dieses Rätsels noch auf sich warten läßt, bzw. ob es überhaupt jemals "amtlich" gelöst wird ...

 

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Textbeitrag zur Reform 10/2005

Letztes Update: November 2005 - senden Sie mir eine email
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