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Der linke Artikel gibt (gekürzt) einem Nyus Bericht wieder. Der Schreibstil scheint weniger Fakten berichten zu wollen, als vielmehr Konfrontationen zu forcieren.

Der rechte Artikel (ebepe Version) versucht die selbe Thematik wie links umzusetzen, auch mit Augenmerk auf gewisse Provokation, aber sonst doch mit dem Ziel, dem Leser nicht nur einen scheinbaren Skandal vorzuführen.

Der in Nyus eröffnete Koalitionskrach eskaliert.

Erste kräftige Krachszenen in der Koalitionsehe spielen sich jetzt ab. Die Ministerin wirft der Vizekanzlerin (VK) mangelnden Sachverstand vor. Im Gegenzug wird von der VK mit fehlender Diskussionskultur gekontert.

Das Ende des „Schmusekurses“ wurde ausgerufen. Die VK legt mit einem Knalleffekt ihr Sparpapier auf den Tisch, das bei den Lehrern (Ressort von Ministerin) Einsparungen nicht von ein, sondern gleich von vier Milliarden fordert.

Seither fliegen zwischen der Ministerin und der VK öffentlich die Fetzen. Ausgang ist noch unbekannt.

Die Lehrergewerkschaften, auch schon mit Parasiten verglichen (JH), würden bei erfolgreicher Taktik der VK auf Angriff schalten, da sie eher der Kanzlerpartei nahe stehen.

Laut VK müssen bis 2003 vier Milliarden oder mehr bei den Pädagogen eingespart werden.

Das VK Konzept sieht vor, Überstunden zukünftig nur mehr vom Grundgehalt zu berechnen. Außerdem soll eine Korrektur der Überstundenwertigkeit von 7,5 auf 6,34 % stattfinden.

Eine Arbeitsstunde mehr pro Woche bei Bundes- und Landeslehrern sowie die ersatzlose Auflösung der Landesschulräte, runden das Maßnahmenpaket ab.

Ein Radikalplan mit dem die Ministerin nichts anfangen kann. Nach dem erstem Schlagabtausch geht sie auf totalen Konfrontationskurs gegen die VK.

Wenn die VK nichts vom Problem versteht, sei es ihr Problem, poltert die Ministerin. Die Ministerin setzt eher auf „Strukturmaßnahmen“ wie die Entscheidung, nicht jede ausgefallene Stunde zu supplieren.

Das müsse vorerst genügen. Weitere Möglichkeiten zur Einsparung könne sie sich nicht vorstellen.

Die eskalierende Auseinandersetzung zwischen den beiden „eisernen Ladies“ zeigt, wie schlecht es um das Klima in der Koalition bestellt ist.

Und die VK legt kräftig nach, zuständig für Beamte sei sie und niemand anderer. Unabhängig von dem Beschluß, das Ministerium sei eigentlich für Sparvorschläge zuständig.

Der Lehrergewerkschaftschef jedoch meint bereits den Sieger der Auseinandersetzung zu kennen. Obwohl sonst selbst häufig auf Konfrontation mit der Ministerin, gibt es hier einen seltsamen Schulterschluß.

Er meint, der Kanzler werde seine Ministerin jedenfalls unterstützen, da fährt die Eisenbahn drüber. Denn Sparideen von vier Milliarden seien Wunschträume und sonst nichts!

Die Gewerkschaft plant außerdem eine Plakataktion unter dem Motto „Kopf oder Zahl“. Unter dem Motto - Bildung darf nicht zum Glücksspiel werden, sollen an die Lehrer gerichtete Plakate aufgehängt werden, die natürlich auch die Schüler sehen.

Außerdem stellt er dann gemeinsam mit einem Kollegen die Rute ins Fenster, zusammen mit der Unterstützung von 2,1 Millionen Eltern, auch Bereitschaft zum Arbeitskampf zu zeigen. Dann könnten die Ferien heuer länger dauern.

 

Anm. Dieser Artikel gibt den Bericht in Nyus 26/2000 auf Seite 24 und 25 in gestraffter Form, aber unter der Bedachtnahme wieder, Formulierungen und Sinn originalgetreu wiederzugeben.

Was tatsächlich in den Interviews gesagt wurde ist hier nicht nachvollziehbar. Gezeigt werden soll aber, daß der Autor eigentlich so formuliert, daß dem Leser jede Basisinformation zu Hintergründen und Zusammenhängen vorenthalten wird, jedoch regelrecht die Freude an künstlichen populistischen Eskalationen zur Geltung kommt (=Auflage).

Ob der Redakteur nur so oder auch anders kann, ist nicht abschätzbar. Jedenfalls benötigt er für einen Artikel in diesem Stil keine eigene Sachkenntnis...

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Aus aktueller Sicht, wir schreiben 2005, wäre interessant, was aus dieser damaligen Sache tatsächlich geworden ist!

 

 


Führt Faulheitsdiskussion bei
Lehrern zu Koalitionskrach?

Im Zuge der allgegenwärtigen Bemühungen, Mittel und Wege zu suchen, wie die über lange Jahre angewachsenen Löcher im Staatsbudget zu schließen seien, machen sich Spezialisten quer durch alle Parteien so ihre Gedanken, um Potentiale für Sanierungen zu finden.

So auch im Bereich des öffentlichen Dienstes und im speziellen bei den Lehrern. Von Seiten der zuständigen Ministerin, welche gemäß Aktenlage für Vorschläge betreffend Sparpotentiale zuständig wäre, hörte man diesbezüglich noch nicht viel.

Weil aber die Vizekanzlerin im übergeordneten Sinn für alle Beamten, somit auch für die Untergruppe der Lehrer zuständig ist, machte sie sich halt auch so ihre Gedanken (Kompetenzüberschneidungen sind im System nichts seltenes).

Ergebnis dieser Analysen, welches gemäß Berechnungen einen potentiellen Einspareffekt für das Budget in Höhe von vier Milliarden bringen würde, war folgendes Modell:

Heute wird als Basis für die Überstundenberechnung das Grundgehalt plus Zulagen herangezogen. Zukünftig soll, wie bei allen anderen Berufsgruppen, zur Berechnung nur das Grundgehalt herangezogen werden.

Heute hat eine Überstunde einen
Wert von 7,5% des monatlichen Einkommens. Dieser Wert soll wieder auf 6,34% reduziert werden, wie es vor der letzten Anpassung der Fall war.

Pro Woche soll eine Stunde, die der Lehrer sonst für Vorbereitung und andere Tätigkeiten verwendet, dem aktiven Unterricht gewidmet werden. Er bekommt dafür keine zusätzliche Entlohnung als Überstunde.

Außerdem wird erwogen, im Sinne
der Schulautonomie die Bedeutung
der Landesschulräte kritisch zu hinterfragen mit dem Ziel, deren Aufgaben den Schulen selbst zu delegieren und sie somit ersatzlos
zu streichen.

Warum über diese Vorschläge keine interne Abstimmung erfolgte, ist nicht bekannt. Und es scheint auch so, als wäre dies ein erstes Thema, welches ein eher unkoordiniertes Vorgehen der Koalitionspartner offen legt.

Jedenfalls sind sowohl Gewerkschaften, wie auch die zuständige Ministerin völlig sprachlos, wie man auf solche Ideen kommen kann. In verschiedenen Medien wird in diesem Zusammenhang schon von einem „fliegen der Fetzen“ berichtet...

Die Reaktionen der Ministerin zeigen jedenfalls kaum den eigenen Willen zur Kreativität. Die Reaktion lapidar, Einsparungen über einer Milliarde kann ich mir nicht vorstellen.

Die eine Milliarde soll erreicht werden, indem teilweise Ausfallstunden nicht mehr suppliert werden sollen. Punktum. Interessanterweise bezeichnet die Ministerin, eine ehemalige Handarbeitslehrerin, das
als eine „Strukturmaßnahme“...

Im Interview wirft die Ministerin der VK vor, sich einfach nicht auszukennen, weil sie sich nicht auskennen kann, da es sich dabei um ein sehr kompliziertes System handelt, in das man sich sehr lange einarbeiten muß...

Im Gegenzug wundert sich die VK, daß konstruktiv gemeinte Vorschläge, die ganze Sache ein wenig in Bewegung zu bringen, offenbar als Vorwurf interpretiert wurden und somit emotionale Kettenreaktionen auslösten.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, welchen Betrag das Gesamtbudget für dieses Ministerium eigentlich umfaßt. In der Wirtschaft werden mit Hilfe von echten Strukturprogrammen, je nach Branche, Kostensenkungen von 20 % und mehr, bei gleichzeitiger Steigerung von Qualität und Produktivität erreicht.

Das geht natürlich nur, wenn man will. Wenn die Grundhaltung ist, sich Dinge nicht vorstellen zu können, entstehen solche Modelle nicht von selbst.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die ÖVP dominierten Gewerkschaften Plakataktionen unter dem Motto „Kopf oder Zahl, Bildung darf nicht Glückspiel werden“ planen, sich damit also offenbar gegen den Abbau der Bildungsqualität richten.

Es ist aber gerade der Vorschlag der ÖVP Ministerin, die eine Reduktion der Leistungen gegenüber dem Schüler vorsieht, wenn nicht suppliert wird...

Das Modell der VK enthält soweit bis jetzt bekannt, keine diesbezüglichen Leistungskürzungen, sondern nur Maßnahmen, die den Lehrern bei meist unverändertem Gehalt (insbesondere wenn keine Überstunden erforderlich sind), nur geringfügige Mehrleistung abverlangt.

Die Optik ist also für die Ministerin nicht die beste. Man darf gespannt sein, ob und wie der Kanzler in diese Sache eingreifen wird. Die ÖVP Gewerkschaft meint, bevor er seine Ministerin im Stich läßt, zerreißt eher die Koalition...

Insgesamt zeigt die Diskussion jedenfalls einmal mehr, daß echte Strukturreformkonzepte scheinbar weder geplant noch in Bearbeitung sind, sonst würde die Sache ganz anders laufen.

Was hingegen stark durchschlägt, ist eine ausgeprägte Beharrungskompetenz, die unabhängig von geänderten Rahmenbedingungen, möglichst alles so bewahren will, wie es ist. Auch unter Androhung von Streik, wie die Gewerkschaft schließlich durchblicken läßt.

Arme Steuerzahler...

Siehe auch Satyre „faule Lehrer 2“ im selben Programm. Dort werden die Hintergründe ausführlicher behandelt.

Faule Lehrer1, R1-20000708

Letztes Update: September 2005 - schicken Sie mir eine email
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